Orgelbauer in Deutschland
 
 
Silbermann-Orgel im Dresdner Dom
 
 
Der Orgelbauer Gottfried Silbermann
 
Gottfried Silbermann wurde 1683 in Kleinbobritzsch bei Frauenstein (Erzgebirge) geboren. Nach einer Tischlerlehre erlernte er bei seinem großen Bruder Andreas in Strassburg die Kunst des Orgelbaus. Von 1710 bis zu seinem Tod im Jahre 1753 hatte Gottfried Silbermann seine Werkstatt in Freiberg in Sachsen. Zusammen mit seinen Schülern prägte er den mitteldeutschen Orgelbau bis in die heutige Zeit. Er schuf ca. 45 Orgeln, von denen heute noch etwa 30 erhalten sind. Außerdem war er auch als Cembalo- und Clavichordbauer sehr erfolgreich.
 

 

 

 

 

 

 

Silbermann Clavichord, 1747

 
 
Der Orgelbauer Gottfried Silbermann steht mit Johann Sebastian Bach (1685-1750) am Höhepunkt der Barockzeit.
Silbermann stellte höchste Anforderungen an die Qualität der handwerklichen Arbeit und des Materials und ging mit einem für seine Zeit großen Wissen in Mathematik, Physik, Mechanik und Musik und mit künstlerischem Einfühlungsvermögen zu Werke.
 
Die Gebrüder Andreas und Gottfried Silbermann schufen im 18. Jahrhundert, zu Lebzeiten Johann Sebastian Bachs, in Sachsen und im Elsass Orgeln. Barockorgeln intonieren sauber und haben ein überaus reiches Obertonregister. Die Registerklaviatur, das Pfeifenmaterial und die Platzierung der Orgel sind ebenfalls wichtige Charakteristiken, durch die sich diese Orgeln auszeichnen.

Gottfried Silbermanns Orgelbauten wurden schon zu seinen Lebzeiten in Lob- und Erinnerungsgedichten anlässlich der Orgelweihen gepriesen: Bei keiner konnte auch nur der kleinste technische Mangel festgestellt werden, besonders aber gefielen die Lieblichkeit und die Schärfe.

Johann Friedrich Agricola (1720-1774) der ein Schüler Johann Sebastian Bachs und ab 1759 Leiter der königlichen Kapelle in Berlin war, bewunderte an Gottfried Silbermanns Orgelwerken ,,die vortrefliche Sauberkeit, Güte und Dauerhaftigkeit der Materialien sowol als der Arbeit; die große Simplicität der innern Anlage; die ungemein prächtige und volle Intonation; und die überaus leicht und bequem zu spielenden Claviere". Auch Mozart befand: "Es sind über die Maßen herrliche Instrumente".

 

 

 

 

 

Silbermann-Orgel im Freiberger Dom

 
Trotz verheerender Kriege und Brände sind von sechsundvierzig Orgeln noch einunddreißig erhalten geblieben. Eine der meistbekannten befindet sich im Dom der Bergstadt Freiberg, wo Silbermann seine Werkstatt eingerichtet hat. Und in der Freiberger Umgebung befinden sich viele kleinere, aber schöne Orgeln in Dorfkirchen wie z. B. in Helbigsdorf und Dittersbach bei Sebnitz.
 

 

 

 

 

 

 

Silbermann-Orgel in der Dorfkirche in Helbigsdorf

 
1732/33 baute Gottfried Silbermann ein Positiv für die Dorfkirche zu Etzdorf. Es gelangte 1865 nach Wallroda, dann nach Bischofswerda, später nach Dresden und schließlich 1939 nach Bremen, wo es in der Krypta des St.-Petri-Domes Aufstellung fand. Es wird für Feierlichkeiten und Konzerte oft benutzt.
 

 

 

 

 

das Silbermann Positiv in der Krypta im Bremer Dom

 
Auch als Instrumentenmacher hat Gottfried Silbermann, der Orgelbauer Hervorragendes geleistet. Er ist durch seine Hammerklaviere bekannt, die er unter anderem nach Potsdam an Friedrich II. König von Preußen lieferte. Auf einem von ihnen hat Johann Sebastian Bach 1747 nach einem Thema des Königs im Schloss SansSouci improvisiert und bald daraus sein berühmtes "Musikalisches Opfer" komponiert.
 

Gottfried Silbermann ist eine Persönlichkeit der Barockzeit, ein Mann, der aus einer einfachen Handwerker-Familie stammte, aber von seinen Zeitgenossen zu den "Virtuosen Sachsens"gezählt worden ist. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Orgelbaumeister. Obwohl sich sein Schaffen auf Sachsen und Regionen im heutigen Thüringen und Brandenburg beschränkte, prägte Silbermann die Orgelbaukunst im deutschspr

Der Name Silbermann steht für höchste Vollendung und einmalige handwerkliche Fertigkeiten in Kombination mit künstlerischer Begabung.