school

Energie und Klimawandel
SchülerInnen debattieren über die Energieversorgung

Entwickelt im Rahmen des EU-Projektes SETAC Science education as Tool for Active citizenship

Ziele

Dieses Unterrichtsprojekt verknüpft Fachinhalte des Physik-, Chemie- und Biologieunterrichts zum Thema Energieversorgung mit Hilfe unterschiedlicher Energieträger mit einem Entscheidungs-Szenario über die Energieversorung eines Landkreises, in dem die SchülerInnen verschiedene Rollen einnehmen. Durch dieses Vorgehen soll einerseits die Motivation, sich mit den Inhalten auseinander zu setzen, gefördert und verschiedene Informationsquellen (Internet, Museum, Bücher, Expertengespräche) gezielt genutzt werden. Andererseits wird den SchülerInnen stärker bewusst, wie wichtig diese Informationen als Grundlage von Diskussionen und Entscheidungssprozessen in der Gesellschaft und in ihrem eigenen Leben sind.

Zielgruppe

Das Projekt kann sowohl in einzelnen Klassen der Sekundarstufe in den Jahrgangsstufen 8,9, und 10 als auch jahrgangs- und fächerübergreifend durchgeführt werden.

Struktur des Unterrichtssprojektes

Phase 1:

Das Projekt startet damit, dass die SchülerInnen eine Woche lang ihren Energieverbrauch beobachten und mit einem CO2-Rechner den Beitrag ihres Energieverbrauchs zum CO2-Gehalt der Atmosphäre ermitteln. Dies führt zu der Frage, woher die genutzte Energie überhaupt kommt, mit welchen Energieträgern und welchen Verfahren Energie bereit gestellt wird. Antworten auf diese Fragen erarbeiten sich die SchülerInnen im Unterricht und durch eigene Recherchen; Schwerpunkte je nach Curriculum der Jahrgangsstufe.

Phase 2:

Das Rollenspiel wird vorgestellt und durch das Verlesen des Einladungsbriefes vom Landrat zur Kreiskonferenz eröffnet. Der Kreiskonferenz vorausgehen sollen Gemeindekonferenzen, bei denen die Gemeinden über Vor- und Nachteile jeweils eines Energeieträgers diskutieren, der für die geologischen Gegebenheiten ihrer Gemeinde geeignet scheint. Jeweils eine Klasse bildet eine Gemeinde.
Jede Klasse legt den Energieträger fest (in Abstimmung mit dem Curriculum), mit dem sie sich schwerpunktmäßig beschäftigen will. Es werden Gruppen aus 3-4 SchülerInnen gebildet, die sich gemeinsam auf eine Rolle vorbereiten. Die Rolle wird durch ein kurzes Rollenprofil skizziert. Begleitet von den Lehrkräften überlegen die SchülerInnen weitgehend selbstständig, welche Fragen in einer Diskussion über die Energieversorung mit ihrem Energieträger auftauchen können, recherchieren und gewichten die entsprechenden Informationen. Nach Möglichkeit findet in dieser Phase auch ein Museumsbesuch statt, der weitere Informationen liefert oder auch neue Fragen aufwirft. Die Gruppen können ihre Ergebnisse in Form von Plakaten oder Folienpräsentationen verfügbar machen.

Abschluss dieser Phase ist die Gemeindekonferenz: Zur Gemeindekonferenz nimmt je ein Vertreter jeder Rollen-Gruppe am Tisch Platz, die anderen Gruppenmitglieder sitzen in der zweiten Reihe und können den ersten Vertreter während der Diskussion auswechseln. „Journalisten“ dokumentieren die Konferenz. Die Rollensprecher bringen die Argumente ihrer Rolle bezüglich der Vor- und Nachteile ihrer Energieform vor.
Bei dieser Diskussion wird den SchülerInnen sehr gut bewusst, an welchen Stellen ihnen Informationen fehlen, um auf Argumente der Gegenseite fundiert erwidern zu können. Das heißt, wo noch weitere Recherche notwendig ist. Nach der Gemeindekonferenz, bei der sich die Argumentationsfähigkeit der einzelnen SchülerInnen gezeigt hat, wird darüber entschieden, wer die Gemeinde (=Klasse) bei der Kreiskonferenz vertritt.

Phase 3:

Ergänzende Recherchen zur Vorbereitung auf die Kreiskonferenz

Phase 4:

Kreiskonferenz:
Alle am Projekt teilnehmenden Klassen treffen sich (z.B. im Deutschen Museum) zur Kreiskonferenz. Jede Klasse schickt für ihre Energieform eine/n Sprecher/in, die/der dafür argumentiert, eine/n, die/der dagegen argumentiert und eine Person, die die Umweltaspekte einbringt. Nach den drei Statements kann das Publikum, das von den übrigen SchülerInnen in ihren Rollen aus der Gemeindekonferenz gebildet wird, Fragen stellen. (Genauer Ablauf vgl. Spielkonzept gesamt und Kreiskonferenz_Zeitplan). Die Statements dienen auch dazu, den anderen Gemeinden eine knappe Information zu den Energieformen zu geben, mit denen sie sich nicht intensiv auseinander gesetzt haben.

Nach den Statements aus allen Gemeinden verteilen sich alle Delegierten auf Tische mit jeweils 10 Plätzen; die Plätze sind mit den Wappen der Gemeinden so vorbereitet, dass an jedem Tisch alle Gemeinden vertreten sind. Ein Gastgeber eeröffnet und moderiert die Diskussionsphase; Ergebnisse der Diskussion werden auf dem Tisch festgehalten. Nach 20 Minuten wechseln die Gäste die Tische, die Diskussionen gehen mit neuen Teilnehmern weiter.
Nach der 3. Runde findet die Abstimmung statt: Die TeilnehmerInnen verlassen ihre Rollen, indem sie die Anstecker mit ihrem Rollennamen ablegen: Im Tausch dafür erhalten sie 6 Klebepunkte, die sie auf vorbereitete Plakate zu den verschiedenen Energieformen kleben und so signalisieren, mit welchen Energieform(en) sie künftig den Energiebedarf des Landkreises gedeckt sehen möchten.
Nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses folgt eine kurze Reflexionsphase, in der die SchülerInnen durch ihre Position im Raum ihre Meinung zu verschiedenen Fragen zum Projekt ausdrücken, und die Verabschiedung durch den „Landrat“.

Phase 5:

Reflexion des Projektes in der Schulklasse:

  • Warum ist die Konferenz so verlaufen? Rollen und ihre Argumente
  • Was haben wir gelernt?
  • Bezug zur Realität

Die Struktur des Projektes ist flexibel:

  1. Es kann nur von einer Klasse (evt. auch nur zu einer Energieform) durchgeführt werden, endet dann mit der Gemeindekonferenz in der Klasse.
  2. Es kann mehrere Klassen einer Schule umfassen.
  3. Es kann als schulübergreifendes Projekt angelegt werden.

Folgende Dateien stehen zum Download zur Verfügung:


Download aller Dateien. (.zip 24.3Mb)

Für weitere Informationen über die Diskussionsführung: Moderator Führer (.pdf 3.54Mb).